1990er Corsa A als Used-Look-Erstlingswerk

Eine original Corsa-A-Karosserie in substantiell gutem Zustand, eine Idee, und ein Endprodukt, das nicht Show & Shine passabel, aber definitiv ein Hingucker ist. Stefans Corsa lässt die Köpfe drehen – ganz ohne Glanz und Gloria.

Der Used-Look ist heute beliebter denn je und mit Batik-Shirts in den 70er Jahren zu vergleichen. Man kann alles selbst machen und niemand hat dasselbe. Besonders attraktiv dabei ist die überschaubare Investition. Genau das Richtige für ein Erstlingsprojekt wie das hier gezeigte.

Opel Corsa im Used-Look als besonderer Blickfang

Passanten drehen sich verwundert nach Stefans Corsa um. Häää? N`Corsa? Eigentlich kein Grund große Augen zu bekommen. Doch während schicke Alufelgen schon an Serienautos zum guten Ton gehören, orientiert sich das erste Modell der beliebten Kleinwagenserie am Old-School-Look. Natürlich ist auch solch ein Umbau nicht an einem Abend erledigt. Vor dem Einsatz hohen Budgets, steht hier die Idee an erster Stelle. Denn auch eine so genannte Ratte will gut geplant werden. Und eine Motorhaube saftig vom Rost durchfressen zu lassen, ist im Aufwand nicht zu unterschätzen. Acrylkeks, Schwingschleifer oder mühevoll mit dem Schleifpapier von Hand – Stefan hat sie nackig gemacht. Was die Durchrostung angeht, sollte es damit erledigt sein.

Denn im Gegensatz zu radikalen Ratten, hielt sich der Metallbauer an das Motto, nur Teile anzuschleifen, die ohne großen Aufwand ausgetauscht werden können. Für die Seitenteile des ehemals komplett casablancaweißen 92ers griff Stefan lieber zu Lack anstatt zum Schleifpapier. Und wer genauer hinsieht, erkennt, dass auch an diesem Low-Budget-Projekt im Detail gefeilt wurde. So entfernte Stefan die Seitenzierleisten, cleante die Heckklappe und verpasste dem A-Corsa einen DTM-Tankdeckel.

Polsterlose Sitze im Opel bewirken optischen Reiz

Den Rest des Outfits rundete er mit Accessoires wie einer Leder-Motorhaubenbra, Antennenball, dem klassischen Klohut auf der Heckablage und einem mit Koffern bestückten Dachgepäckträger ab. Unter der Karosse kommt ein Supersport-Fahrwerk zum Einsatz, das den Opel um 60 Millimeter an der Vorder- und 40 Millimeter an der Hinterachse senkt. In den Radkästen rollen die originalen 13-Zöller – aufgehübscht mit frischem Lack und Weißwandringen.

Weiß geht es auch im Innenraum zu, wo Stefan die Seitenverkleidungen in Leder hüllte und die Sitze komplett entbeinte. Zwar sitzt es sich auf längeren Strecken so ganz ohne Polster etwas unbequem, der optische Reiz ist aber definitiv gegeben. Und auch hier peppen kleine Feinheiten den Gesamteindruck auf. Iron-Cross-Türkurbeln und GSi-Tacho mit weißen Blättern zeigen, dass Stefan an seinem Corsa nicht nur oberflächlich ans Werk ging. So fährt er etwa 10.000 Kilometer im Jahr alltags und zu Veranstaltungen. Köpfedrehen ist garantiert und der Budget-Topf ist gut gefüllt, damit möchte Stefan bald das schwache 1.2-Liter-Herz aufrüsten und ein neues Fahrwerk verbauen.

Diesen Artikel gibt es in der flash – Opel Scene 08/2011!

Text: Anna Matuschek
Fotos: Dieter Debo

Fotos: Dieter Debo

Von: Anna Matuschek

Anzeige

Anzeige

motorfacts.deAUDI SCENEPORSCHE SCENEMERCEDES SCENEVW SCENEMINI SCENECHROM & FLAMMENBMW SCENEFORD SCENEEASYRIDERSYOUNGTIMER SCENEHARDWOK