Der GT/E war bereits die sportliche Variante, die Opel Mitte der 80er Jahre als Alternative zu den schlichten Basismodellen des Manta B anbot. Ausgestattet mit einem 110-PS-starken 2.0-E-Motor konnten Opel-Fans dem GT/E durchaus etwas abgewinnen. So auch Bernd Engel, der den Rochen jedoch umfangreich modifizierte. Triebwerk, Lackierung und weitere Extras machen den Manta nunmehr zu einem powergeladenen Opel – made by Engel.
Bernd fand Manta schon als Kind toll
Seit 21 Jahren ist der GT/E im Besitz von Bernd Engel. Der 43-jährige Gieboldehausener ist noch nie eine andere Marke als Opel gefahren. “Ich habe bei Opel Kfz-Mechaniker gelernt, daher war mein erstes Auto dann auch ein Ascona B. Aber den Manta fand ich als Kind schon toll.“
Mit 22 erfüllte sich Bernd Engel schließlich seinen Traum vom Manta. Der Freund seiner damaligen Nachbarin stellte den GT/E zum Verkauf und da Engels Ascona B durch einen unverschuldeten Unfall nicht mehr als ein Häufchen Elend verkörperte, kam das Angebot mehr als gelegen. Die Parteien wurden sich schnell einig: Für 8.000 DM wechselte der polarweiße Rochen, der sich in einem äußerst guten Zustand befand, den Besitzer.
Für den anschließenden Umbau, der mit Unterbrechungen vier Jahre in Anspruch nahm, wurde folgendes Statement von Bernd Engel zur Maxime: “Mir ist es wichtig, dass ein Auto eine gute Motorleistung hat. Genauso wichtig finde ich aber, dass es auch gut aussieht.“
Lackier-Vorbild für den Manta B waren die DTM-Rennopel
Also legte der gelernte Kfz-Mechaniker im September 1994 mit dem ersten großen Umbau los. Links wurde ein neues Seitenteil eingeschweißt und ein neuer Kotflügel gekauft, da die Originalteile leicht angerostet waren. Auch die Kofferraumklappe wurde ersetzt, da der Niedersachse am GSi-Heckspoiler, den der Vorbesitzer montierte, keinen Gefallen fand. Zwar hätte man die vorhandenen Löcher zuspachteln und neu lackieren können, aber halbe Sachen sind nicht Bernd Engels Art.
Weitere Arbeiten waren an der Karosserie aufgrund ihrer guten Verfassung nicht notwendig, weshalb bereits die neue Lackierung folgen konnte. Hier setzte Bernd Engel auf ein Zweifarb-Schema in "Casablancaweiß" und "Verkehrsblau". “Das habe ich gewählt, weil mir die damaligen DTM-Autos von Opel, die so lackiert waren, gut gefielen. Nur habe ich das Gelb durch Blau ersetzt. Lackiert wurde der Manta von der Lackiererei Claussen bei uns im Ort“, erklärt Bernd Engel. Die Modellbezeichnung, die üblicherweise in Schablonenschrift auf den Flanken des Manta prangte, entfiel dabei. Die Scheiben bekamen eine Tönung, ebenso wie die Rückleuchten.
Opel Manta ist kein Auto für Musik
Auch innen wurde der Rochen neu lackiert und beim zweiten Umbau im Februar 1999 mit Omega-Recaro-Ledersitzen ausgestattet, die Bernd Engel günstig von einem Freund erstehen konnte. Dieser hatte die Sitze eigentlich für seinen Omega gekauft, dort passten sie aber nicht rein. Außerdem wurde das originale Lenkrad gegen ein 34er Volant von Raid getauscht sowie VDO-Zusatzinstrumente für Öltemperatur, Öldruck und eine Uhr in die schwarz belederte und lackierte Mittelkonsole integriert. Unterhalb der drei Anzeigen befindet sich außerdem ein Kenwood-Radio, das den Ausgangspunkt der im Fond befindlichen Musikanlage darstellt. “Ich musste allerdings feststellen, dass der Manta kein Auto für Musik ist; das heißt: es ist schwierig, einen vernünftigen Klang in das Auto zu bekommen“, so Bernd Engel. Dieser Erkenntnis zufolge entfernte er die Rücksitzbank und verbaute eine MDF-Holzplatte, die zwei Sony-"XM2100G"-Verstärker, ein 3-Wege-System von MB Quart sowie einen Emphaser-Woofer integriert.
150-PS-Motor arbeitet im Inneren des Opel Mantas
Doch der wahre Sound des Manta kommt ohnehin nicht aus dem Innenraum, sondern vom Motor. Anstelle des originalen 110-PS-starken 2.0-E-Triebwerks sitzt ein 2.2-Liter-cih-Einspritzer mit diversen Extras unter der Haube. “Der Motor war vorher in meinem Ascona B und bis zu dem Unfall erst ganz wenige Kilometer gelaufen. Den Unterbau mit den Kolben hatte ich erst neu gekauft und da mir die 110 PS im Manta zu wenig waren, habe ich den 150-PS-Motor vom Ascona eingebaut“, erklärt Bernd Engel, der es aber dabei nicht beließ. Zu den Updates am 2.2-Liter-Aggregat gehören unter anderem bearbeitete Zylinderköpfe, 45er Ventile, ein großer Luftmengenmesser und Drosselklappenteil von BMT sowie eine 304-Grad-Nockenwelle, ebenfalls von BMT. Die komplette Vorderachse sowie Motorraum und Maschine zeigen sich aufwendig lackiert.
Zudem ersetzte Bernd Engel jegliche originale Schrauben durch Edelstahlschrauben, die er selbst polierte. “Das Lackieren von Motorraum, Motor und Achse habe ich selbst übernommen, da dies ein großes Hobby von mir ist“, so der Youngtimer-Fan, der aber auch von kleineren Unwägbarkeiten nicht verschont blieb. “Nach diesem letzten Umbau 2004 ist mir bei der Probefahrt das Lüfterflügelrad in den Kühler eingeschlagen. Ich habe die Schrauben vergessen richtig fest zu ziehen, somit hatte sich das zwei Tage später stattfindende Opel-Treffen für mich erledigt, da der Kühler nicht so schnell zu reparieren war.“ Er musste neu gelötet werden und das dauerte seine Zeit. Mithilfe seiner Freunde aus dem Opel-Club Duderstadt, den Bernd Engel 1990 mitgegründet hat, war der erneute Einbau aber alsbald erledigt und die Maschine lief reibungslos.
In Bernds Opel steckt viel Eigenarbeit
Sportlich sollte es jedoch nicht nur unter der Haube zugehen, sondern auch in puncto Fahrwerksabstimmung: Mantzel-Federn senken den Rochen 60 Millimeter näher an den Asphalt; die Kraft bringen Dunlop-Walzen in 225er Breite an der Vorder- und 255er Breite an der Hinterachse auf die Straße, wofür die hinteren Radläufe leicht gezogen wurden. Umgesetzt wurde die Kombination aus den “SP2000“-Pneus und 14-zölligen BCW-Steffan-Felgen von der Firma LS Performance in Hanau, die sich auch um die Eintragung kümmerte.
Das Meiste am Manta hat Bernd Engel jedoch selbst realisiert, getreu seiner Maxime. Die Motorleistung und der DTM-Look des GT/E können sich mehr als sehen lassen. “Ein tolles Erlebnis ist es immer wieder, wenn sich die Leute bei Opel-Treffen anerkennend über das Auto äußern. Das bestätigt, dass sich der riesige Aufwand gelohnt hat“, freut sich Bernd Engel, der mittlerweile aber nur noch zwei bis drei Treffen pro Jahr ansteuert. Der Manta soll geschont werden, jährlich kommen nur etwa 300 bis 800 Kilometer auf die Uhr. Dabei finden wir, dass dieser Rochen durchaus öfter bewegt werden sollte. Die Engelsbotschaft könnte ja auch dem einen oder anderen Opel-Enthusiasten Flügel verleihen.
Diesen Artikel gibt es in der flash – Opel Scene 04/2011!
Text & Fotos: Julia Winkler
Von: Julia Winkler
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