Keine grobe Fahrlässigkeit

Das für sich allein genommen wichtigste Merkmal bei der Wahl einer Kasko-Versicherung ist die Frage, ob der Versicherer im Kasko-Schadenfall auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichtet oder nicht.
Typisches Beispiel: Der Versicherungsnehmer überfährt eine rote Ampel und es kommt auf der Kreuzung zum Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug. Früher wäre der Versicherungsnehmer auf dem Schaden am eigenen Fahrzeug sitzen geblieben, denn bis vor einigen Jahren waren durch grobe Fahrlässigkeit verursachte Schäden in der Kasko stets ausgeschlossen. Heute ist es möglich, den Schaden ersetzt zu bekommen, aber nur dann, wenn der Versicherer in den Vertragsbedingungen ausdrücklich darauf verzichtet, sich auf die grobe Fahrlässigkeit des Fahrers zu berufen. Ausgeschlossen ist die Ersatzleistung, wenn ein Kasko-Schaden durch Trunkenheit des Fahrers verursacht wurde und bei grob fahrlässigem Ermöglichen eines Diebstahls, zum Beispiel durch Schlüssel stecken lassen. Wenn man eine Vollkasko abschließt, sollte man auf diesen Punkt also besonderen Wert legen.

In der Teilkasko ist diese Klausel nicht ganz so wichtig, da wegen der generellen Ausklammerung der grob fahrlässig herbeigeführten Entwendung nur noch relativ wenige Fälle denkbar sind, in denen ein Schaden durch grobe Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers hervorgerufen werden kann.
Ein Beispiel wäre hier etwa das bewusste Parken unter einem morschen Baum bei Sturm. Dennoch gilt: Wer eine Kasko-Versicherung abschließt, bei der nicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichtet wird, spart am falschen Ende. Bei manchen Spartarifen wird der Verzicht nicht eingeräumt, deswegen sollte man gerade vor Abschluss eines Basis-Tarifs darauf achten, dass der Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit in den Bedingungen steht.

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