Back On Track

Der 2-Liter-Motor schickt 140 PS an die Hinterachse

Natürlich wird der Rüsselsheimer Oldie auch standesgemäß bewegt

Zusatzscheinwerfer gehören zu einem „echten“ Rallye-Auto!

Das griffige Lenkrad hilft beim Driften auf der Piste

Vom Staub der letzten Jahre ist nichts mehr zu sehen

Anfang 2013 wurde Björn Knebel auf ein Kadett C Coupé im Rallye-Trim mit Kriegsbemalung des einstigen Opel-Euro-Händler-Teams aufmerksam gemacht. Das ließ ihn hellhörig werden. Grund: Hinter dem Euro-Händler-Team verbirgt sich das gleichnamige, von Opel im Jahr 1973 gegründete Werksteam, mit dem die Europameisterschaft im Rallyesport der Gruppe 2 angesteuert werden sollte. „Damals war sogar Walter Röhrl noch auf Opel unterwegs“, ergänzt Björn, „ein Kadett C aus dieser Zeit und von diesem Team wäre wie ein Sechser im Lotto gewesen…“ Er vereinbarte einen Termin mit dem Besitzer des besagten Autos, Dirk Steup.

Perfekte Replik
„Es handelte sich zwar nicht um eines der originalen Euro-Händler-Team-Autos, aber um eine perfekte Replik eines dieser Boliden“, weiß Björn jetzt. Anfang der 1990er war das Kadett C Coupé, ein 1978er Rallye mit 2.0E-Motor, nur noch ein Schatten seiner selbst. In diesem Zustand hat Dirk Steup den Kadett gekauft, zerlegt und neu aufgebaut. Ziel war es, das Coupé im Stil eines originalen Opel-Euro-Händler-Team-Rallyewagens aus den Siebzigern neu aufzubauen. Als Vorlage diente ein Rallye-Jahrbuch von 1976. Unter der Haube wurde das zwei Liter große Vierzylinder-Aggregat, Typ 20E, dezent verschärft. Ergebnis des Updates: rund 140 PS. Um die Power des leichtgewichtigen Kadett rallyetauglich auf die Piste zu bringen, ließ Steup zudem den Antriebsstrang um eine 9“-Sachs-Sportkupplung und eine 75-prozentige Hinterachs-Sperre ergänzen. Für reichlich Fahrspaß sorgt überdies ein nachhaltig verbessertes Sportfahrwerk.
Das wurde übrigens nach der Fertigstellung des Kadetts zwischenzeitlich noch von Walter Röhrl bei der Rallye Köln-Ahrweiler genutzt, denn der war mit dem in seinem Opel Ascona A nicht zufrieden. Steup ging auf Röhrls Anfrage ein. Das Fahrwerk ist noch über Nacht in Röhrls Ascona gebaut worden. Somit konnte Rallye-Weltmeister Röhrl das Wochenende mit Erfolg bestreiten.

Wertschätzung für jede Narbe
Für Björn Knebel war Ostersamstag in 2013 der Tag der Tage. Endlich konnte er seinen Wagen abholen. Dazu bekam er zwei Anhänger voll mit Ersatzteilen und sämtliche Unterlagen wie Starter-Listen und weiteren Rallye-Dokumenten. Bevor Björn den Kadett aus der Tiefgarage fahren konnte, wurden sicherheitshalber noch vor Ort sämtliche Benzinleitungen erneuert. „Danach sprang er sofort an“, erinnert er Björn freudestrahlend, „in diesem Moment ging mein Herz erst richtig auf!“ „Natürlich waren nach 19 Jahren hartem Rallye-Einsatz die eine oder anderen Schramme und ein paar Beulen dabei. Dank des Vorbesitzers kenne ich allerdings die Geschichte zur jedem einzelnen Kratzer. Ehrensache also, dass ich ihm seine Narben lasse, wenn es auf die Piste geht …!“

Die komplette Story gibt's in der Opel Scene Flash 03/15!

Text: Marc Timmer
Fotos: Dominique Fourcade

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