1987er Ascona C

Gleich in zweierlei Hinsicht spiegelt der Titel dieser Geschichte den Zustand dieses Ascona C wider. Im Jahr 2004 noch mit Rost, Beulen und Kratzern übersät, präsentiert sich die zweitürige Limousine nunmehr in einer strahlenden Grün-Gold-Legierung. Wie es Daniel Geffert schaffte, dem glanzlosen Opel-Gold zu neuem Ansehen zu verhelfen, klären wir im folgenden Bericht.

Mit Turbomotor standen die Zeichen auf Opel-Totalumbau

Eigentlich sollte der Ascona nur als Winterauto dienen; doch die Betonung liegt hier auf eigentlich. Denn wie so oft, kommt es auch im Fall “1987er Ascona C und Daniel Geffert“ anders. Als der Emerner – dieser kleine Ort liegt in der Lüneburger Heide im Landkreis Uelzen – das C-Modell im Jahr 2004 für 200 Euro von einem Schrotthändler kaufte, war der Wagen in keinem besonders guten Zustand, aber er fuhr zumindest. Zwei Winter nutzte Daniel den heliosblauen Ascona, um seinen Vectra A mit C20XE-Umbau zu schonen, doch als ein Kumpel mit einem Turbomotor frohlockte, standen die Zeichen auf Totalaufbau.

“Im Winter 2006 wurde die Karosserie komplett zerlegt und alles Nötige, wie hintere Radläufe und einige Löcher im Fußraum, geschweißt. Aus Vorsorgegründen habe ich auch noch ein paar andere Teile ausgetauscht und rostige Stellen beseitigt. Zwar war dies ein recht überschaubarer Akt, aber dennoch eine Menge Arbeit“, wie Daniel im Nachhinein kundtut. Komplett vom alten Unterbodenschutz befreit, wurde auch der Unterboden in diesem Atemzug beige lackiert.

Ascona-Karosserie in "Classicgrün"

Gleichzeitig realisierte der damals 21-Jährige einen “bösen Blick“, cleante die Heckklappe sowie den Kühlergrill und entfernte die seitlichen Zierleisten. Die Front bestimmt heute zudem der in Eigenarbeit verlängerte Serienspoiler sowie ein Frontera-Ladeluftkühler mit Edelstahl-Ansaugrohren, die Daniel in Eigenarbeit fertigte und damit schon die Vorbereitungen für das 2.0-Liter-16V Turbo-Aggregat traf. Der aus einem Calibra stammende Motor stand bereits in den Startlöchern, um den originalen 16N-Reihenvierzylinder zu ersetzen.

Doch bevor das neue Triebwerk implantiert werden konnte, wurden zunächst alle unnötigen Löcher im Motorraum entfernt. Anschließend passte Daniel den C20LET mit EDS Phase 2 und C20XE-Einlassnockenwelle ein, ließ den Wagen aber zunächst im Lackierzentrum Neu Wulmstorf neu lackieren. Die Karosserie wurde von einem Bekannten in “Classicgrün“ aus der Palette eines Wolfsburger Automobilherstellers gehüllt; die Stoßstangen bekamen eine schwarze Lackierung. “Ich habe dieses Grün das erste Mal auf einem Oldtimertreffen gesehen und sofort Gefallen daran gefunden. Der Besitzer des entsprechenden Autos gab damals gerne Auskunft“, berichtet Daniel von der Wahl des Farbtons.

Ascona C-Auspuff entstand in Eigenarbeit

Zurück aus der Lackierkabine – was sage und schreibe fünf Monate dauerte – widmete sich der Niedersachse dem Auspuff, den er in Eigenarbeit aus Gruppe-A-Komponenten fertigte. Ein röhriger Sound sollte auf das leistungsstarke 204-PS-Aggregat unter der Haube schließen lassen. Dieses überholte der Opel-Kenner vor dem Einbau, für den er den Motorhalter leicht modifizierte. Ventildeckel, Ladedruckverrohrung und Kleinteile ließ er anschließend verchromen oder vergolden und ebnete damit den Weg für sein Opel-Gold im wörtlichen Sinne.   

Aufgrund der um 129 PS höheren Leistung gegenüber des 16N-Aggregats musste auch das serienmäßige F16-Vierganggetriebe weichen. Den maximalen Drehmoment von 280 Newtonmeter setzt nun ein auf Frontantrieb umgebautes F28-Sechsganggetriebe in Antriebskraft um. Zeit also, sich hinter das mit vergoldeten Nabenschrauben bestückte Lenkrad zu schwingen und mit dem Gaspedal des rennreifen C-Modells zu spielen. “Der Ascona fährt sich super und dank dem Turbo-Motor vor allem schnell. Ich hab ihn schon mal bei Tempo 240 gehabt, aber dann wird es langsam ungemütlich, wobei immer noch mehr drin ist. Es ist eben weniger ein Autobahn-Auto, als vielmehr ein Wagen, mit dem man die Landstraßen unsicher machen kann“, erzählt Daniel, der für einen sportlichen Fahrspaß ein KAW-Fahrwerk mit härteverstellbaren Koni-“Gelb“-Dämpfern verbaute, das den Ascona vorn 75 und hinten 55 Millimeter tieferlegt.

Innenraum ziert ein gold lackierter Wiechers-Stahlkäfig

In Sachen Gummimischung entschied sich der Niedersachse für Hankook-“Ventus Evo 12“-Pneus in der Dimension 215/40 ZR16, welche auf gold lackierte “DZ-Exclusiv“-Felgen in 9 x 16 Zoll aufgezogen sind. “Im ersten Jahr bin ich noch 15-zöllige ’BBS-RS’-Räder von einem Vectra A gefahren, wofür die Radläufe um jeweils drei Zentimeter gezogen werden mussten. Aber für den Turbo waren die letztlich zu klein. Also bin ich auf die 16-Zöller umgestiegen“, erklärt der Ascona-Fahrer, der bei den Umbauten von den Clubkollegen des 1. Opel-Team Uelzen unterstützt wurde. Sie halfen auch bei der Aufwertung des Innenraums, wo sich ein gold lackierter Wiechers-Stahlkäfig mit Flankenschutz und Kreuz über ledernen König-Halbschalensitzen verstrebt.

Die Rücksitzbank und die Türverkleidungen ließ Daniel passend mit schwarzem Kunstleder beziehen, verlegte einen Velours-Teppich und baute einen neuen Himmel ein, dessen dunkle Erscheinung einzig durch das Sonnendach unterbrochen wird. Schwarze Schroth-Gurte und ein ebensolch gefärbtes Armaturenbrett ergänzen das Innenraumkonzept, in dem es auch an Unterhaltung nicht mangelt. So beherbergt die Mittelkonsole einen 6,5“-TFT-Monitor, der über ein JVC-DVD-Radio angesteuert wird. Zur akustischen Wiedergabe melden sich Hifonics-Lautsprecher in den hinteren Seitenverkleidungen, im Fußraum und unterm Armaturenbrett mit einem Ground-Zero-4-Kanal-Verstärker lautstark zu Wort. Den satten Bass bringen indes zwei 30er Subwoofer im mit Nussbaumlaminat ausgebauten Kofferraum hervor. “Die Türen vorn sind komplett kabelfrei, hier sitzen weder Lautsprecher, noch Elektronik für eine etwaige Zentralverriegelung“, auf die Daniel bei dem Zweitürer bewusst verzichtete.

13 Opel-Treffen, 13 Pokale für 87er Ascona

“Insgesamt habe ich Wert auf einen guten Kompromiss von Leistung und Optik gelegt“, fasst der Emerner zusammen, der schon früh seine erste Begegnung mit Opel hatte. “Das erste Auto, in dem ich jemals gefahren bin, war als Baby der Manta B meines Vaters, der meine Mutter und mich nach meiner Geburt aus dem Krankenhaus abgeholt hatte. Der Manta wurde kurz darauf allerdings wegen Platzmangels verkauft und ein Ascona C angeschafft“, erklärt der heute 26-Jährige, dem die Leidenschaft für die Rüsselsheimer tatsächlich in die Wiege gelegt wurde. Sein Tatendrang Opel-Fahrzeuge umzubauen, war da nur ein logisches Resultat. Den Erfolg belegen 13 Pokale auf 13 Treffen, die Daniel mit seinem 87er Ascona gewann. Keine Frage, dieses C-Modell ist ein Opel-Gold im wörtlichen Sinne, dem ein ganz besonderer Nimbus bedarf. 

Diesen Artikel gibt es in der flash – Opel Scene 07/2011!

Text: Julia Winkler
Fotos: Dieter Debo

Fotos: Dieter Debo

Von: Julia Winkler

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